SM-Mangel-Syndrom
Ulrich Clement
Eine Kollegin schreibt mir fragend, ob mit ihr etwas nicht in Ordnung sei. Sie bezieht sich auf meinen lobenden Kommentar zu dem Buch „Pleasure. Bekenntnisse einer sexuellen Frau“ von Maggie Tapert (Südwest Verlag). Wieso ich das Buch preise, das extravagante Sexparties und SM-Spiele als Ausdruck persönlicher Wahrhaftigkeit darstelle. Hätten denn SM-Aktivisten vielleicht Missbrauchserlebnisse gehabt, die sie so kompensieren? Oder anders herum: Sei sie womöglich nicht mehr normal und merke das gar nicht? Jedenfalls sei sie noch nie von ihrem Mann gefesselt worden und habe auch noch nie das Bedürfnis gehabt, ihrem Mann den Hintern zu versohlen. Ob ihr etwas entgangen sei?
Ihr ist sicher etwas entgangen. Aber ob sie ein Problem daraus machen will? Ich habe ihr bestätigt, daß ein SM-Mangel-Syndrom bisher nicht bekannt ist. Ist es nicht ein tiefenentspannendes Gefühl von Freiheit, nicht alles tun zu müssen, was man tun könnte?
2 Kommentare
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Das Problem, das ich zu erkennen glaube, liegt darin, zu meinen, dass mein eigener Maßstab für Bewertungen sexueller Spiele auch gleichzeitig der für andere sein müsste. Ob jemand sm-spiele gut findet oder nicht, ist nur aus dessen Brille zu beurteilen. Dies in einen größeren Zusammenhang zu stellen (Mißbrauchserlebnisse der SMler) halte ich für problematisch. Meine Haltung: Hauptsache beiden macht es Spaß, das sollte letztendlich das Kriterium sein.
Kommentar by Petra Backes — 9. März 2012 @ 18:44
vielen Dank fuer den Buch-Tip –
eignet sich gut fuer die Ferien wenn der Kopf frei ist vom Alltag.
Kommentar by o.werner — 5. April 2012 @ 13:40