Möglichkeiten
Fritz B. Simon
Das Spiel der deutschen Mannschaft bzw. die Mannschaft ist gegen Ghana “unter ihren/seinen Möglichkeiten” geblieben. Das ist ja das Schreckliche am Fußball: Die Möglichkeiten der eigenen Mannschaft werden mehrfach begrenzt. Durch das Spiel der gegnerischen Mannschaft auf der einen Seite, durch die psychische und körperliche Befindlichkeit der Spieler auf der anderen Seite.
Die Ghanaer (heißt das so?) haben ziemlich viele Möglichkeiten gehabt, sie aber – ohne dass die deutsche Hintermannschaft sich da mit Ruhm bekleckert hätte – nicht genutzt. Sie waren sich da offensichtlich ebenso selbst im Weg wie Özil, als er allein vor dem Tor stand.
Die Frage ist ja, wie sich die psychischen Umwelten eines Spiels gezielt beeinflussen lassen, damit nicht nur jeder Einzelne sein Potential nutzt, sondern auch noch ein schönes Spiel möglich oder gar wahrscheinlich wird. Es ist ja sicher ein Effekt von Kommunikaition, von Gruppendynamik, von Selbstbeschreibung usw. – wahrscheinlich ja auch von kollektiver Affektivität. Ich weiss nicht, wo man hier dran drehen kann oder muss. Vielleicht hilft mir ja jemand.
2 Kommentare
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Weniger schwarz/weiß – vielleicht hilft das… (Denn nur schwarz/weiß, das lähmt jeden. Daher stammt vielleicht der Ausdruck “unter Druck – setzen”…)
Kommentar by Maren Lehmann — 24. Juni, 2010 @ 13:52 Uhr
Ich kann nur aus einem anderen Spiel berichten, wo es ähnlich darum geht, psychische Umwelt(en) zu beeinflussen: Gute Musik entsteht, wenn man weiß, wie sie geht und weiß/ahnt, was der andere wohl als nächstes macht, spielt darauf hin und zu, und das machen die anderen genau so, und wenn man sich geirrt hat, nimmt man das dann Enstandene und schließt daran an. Und: man kennt schon gemachte Musik: Geschichte(n)!
Schwer nur, wenn zwei Orchester gleichzeitig spielen oder zwei Chöre zugleich singen wollen. Dann kommt man zusammen, wenn man an die Zuschauer denkt, die ein gutes Spiel (sic!) haben wollen. Zum Fussball zurück: Da muss es einem während des Spiels egal sein, wie es ausgeht. Dann wächst zusammen, was zusammen gehört.
Dirk Baecker ist recht zu geben: Kein besserer nächster Mitspieler als England. Da gab es doch schon so starke Stücke. (Italien geht ja nicht mehr) Und nach 66 gingen alle ergebnismässig für die Teutschen aus. Aber was liegt daran.
Kommentar by Matthias Ohler — 24. Juni, 2010 @ 22:40 Uhr