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	<title>Systemische Blutgrätsche</title>
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		<title>Weltmeister</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 01:22:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz B. Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende gut, alles gut. Spanien ist Weltmeister, und wer Fußball mag, kann damit gut leben. Die Holländer wären keine so gute Wahl gewesen, aber es war ja eh keine Frage der Wahl. Die Spanier haben einen neuen Stil des Spiels entwickelt, der sie bereits zu Europameistern gemacht hat und jetzt verdientermaßen zum Weltmeister. Die deutsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende gut, alles gut. </p>
<p>Spanien ist Weltmeister, und wer Fußball mag, kann damit gut leben. Die Holländer wären keine so gute Wahl gewesen, aber es war ja eh keine Frage der Wahl. Die Spanier haben einen neuen Stil des Spiels entwickelt, der sie bereits zu Europameistern gemacht hat und jetzt verdientermaßen zum Weltmeister. </p>
<p>Die deutsche Mannschaft hat m.E. schöner und besser gespielt, als sie sie schöner und besser gespielt hat. Nur leider hat sie das nicht gegen Spanien.</p>
<p>Zu hoffen bleibt, dass auf deutscher Seite im organisationsinternen (DFB) Machtkampf nicht dieser Klotzkopf Sammer (der schon als aktiver Spieler nicht wirklich überzeugend war) sich nicht im Machtkampf gegen Jogi Löw durchsetzt. Denn Sammer steht für ein hierarchisches und daher (in diesem Falle) blödes System des Fußballs, während Löw in den letzten vier Woche gezeigt hat, dass sein postheroisches Modell erfolgreich ist.</p>
<p>Allerdings sehe ich schwarz, wenn ich mir die Funktionäre von Fußballverbänden im Allgemeinen, dem DFB im Besonderen anschaue. Klotzköpfige Funktionäre stellen hier aufgrund der kulturellen Regeln solcher Verbände eben eher den Normalfall dar als Leute, die Neues (oder gar Originelles) riskieren.</p>
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		<title>Qualität zu Quantität</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 13:26:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz B. Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[In Kanada werden alle Spiele der WM im Hauptprogramm des staatlichen Fernsehens gezeigt und netzermäßig kommentiert. Das ist man den europäischen Einwanderern schuldig. Im US-Fernsehen wird in erster Linie über den Oktopus gesprochen, der so gute Vorhersagen macht. In manchen Programmen macht man sich auch über dieses ereignislose Spiel lustig. Für viele Amerikaner fehlt im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Kanada werden alle Spiele der WM im Hauptprogramm des staatlichen Fernsehens gezeigt und netzermäßig kommentiert. Das ist man den europäischen Einwanderern schuldig.</p>
<p>Im US-Fernsehen wird in erster Linie über den Oktopus gesprochen, der so gute Vorhersagen macht. In manchen Programmen macht man sich auch über dieses ereignislose Spiel lustig. Für viele Amerikaner fehlt im Fussball die Action. Dabei definieren sie: Action = Tore.</p>
<p>Sage mir, welchen Sport Du bevorzugst, und ich sage Dir, wer Du bist (man denke an die Hotdog-Fress-Wettbewerbe auf Long Island).</p>
<p>Dieses Land, in dem es keine kulturellen Gemeinsamkeien gibt außer der Freude und Akzeptanz des Zählens, sind quantifizierbare Unterschiede einfach unverzichtbar. </p>
<p>Das Spiel der Spanier gegen die Deutschen zeigte das Problem &#8211; und den Reiz &#8211; des Fussballs: Ein deutliche Überlegenheit während des Spiels ist nichts wert, wenn es nicht gelingt, sie wenigstens in ein (!) Tor zu verwandeln. Aber das reicht dann auch, falls es überhaupt nicht den Spielverlauf wiedergibt&#8230; tendenziell sehr ungerecht dieses Spiel (wenn auch nicht in besagtem Halbfinale).</p>
<p>Es geht beim Fußball eben um die philosophisch zentrale, die meisten Amerikaner überfordernde Frage,  wie Qualität in Quantität umschlägt. </p>
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		<title>Vorbilder sind mehr als Bilder</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 11:04:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Baecker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht ist die Angst auch nur der paradoxe Versuch, eine Paradoxie sowohl aufzulösen als zu pflegen. Paradox, weil beides, die Auflösung wie die Pflege in der Angst bewerkstelligt wird. Die Angst ist ein mentaler Zustand, in dem man nicht mehr verantwortlich ist, und gleichzeitig der Zustand, in dem ein hohes Bewusstsein des Problems gepflegt wird. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ist die Angst auch nur der paradoxe Versuch, eine Paradoxie sowohl aufzulösen als zu pflegen. Paradox, weil beides, die Auflösung wie die Pflege in der Angst bewerkstelligt wird. Die Angst ist ein mentaler Zustand, in dem man nicht mehr verantwortlich ist, und gleichzeitig der Zustand, in dem ein hohes Bewusstsein des Problems gepflegt wird.</p>
<p>Aber um welche Paradoxie geht es? Uli Wetz hat es in einem Kommentar angedeutet: Die deutsche Mannschaft traf auf ihr Vorbild, das sie wochenlang studiert hat, wenn man Fußballstrategen glauben darf: die spanische Mannschaft, die ihrerseits seit Jahren den Cruyffismo studiert und praktiziert hat, den von Trainer Cruyff in Holland mit großem Erfolg eingeführten Stil des Spielaufbaus über das Mittelfeld, dribbelnder (statt Pässe schießender) Annäherung der Stürmer ans Tor, raschem Abschluss über zwei, drei Pässe unter den Stürmern. Und in der Tat, war es nicht genau das, was uns gegen Australien, Argentinien und England so sehr erfreut hat?</p>
<p>Jetzt aber traf die deutsche Mannschaft weniger auf ihren Meister, das auch, als vielmehr auf ihr Vorbild. Kann man ein Vorbild besiegen? Woran orientiert man sich dann? Widerlegt man sich damit nicht selbst? Man kann sich nur besiegen lassen, denn dann hat man wochenlang das richtige Vorbild gehabt.</p>
<p>Eine mentale Sperre erster Güte. Die Spieler waren Zuschauer des Spiels der Spanier (Schweinsteiger, den Haudegen, immer ausgenommen), Neuer tat sein Bestes.</p>
<p>Die Angst war das Ergebnis der Flucht aus und in das Dilemma.</p>
<p>Dirk Baecker</p>
<p>z.Z. Côte Basque</p>
<p>PS zum Titel: Die Überschrift gilt nur für die, die keine systemische Theorie des Bilds vertreten, denn Systemiker wissen, dass Bilder nicht unschuldig sind. Wenn man noch überlegt, ob und wie man sie negieren kann, hat man sie allemal und positiv bereits gesehen und wird sie nicht wieder los. Das gilt auch für Vorbilder, bei denen es erschwerend hinzu kommt, dass man sie sich selber gesucht hat. Man wird sie nicht wieder los, es sei denn klassisch und unelegant über den Vater/Muttermord oder postklassisch und elegant über komplizierte Formen des re-exits, deren Kalkül, so viel ich weiß, noch nicht geschrieben ist.</p>
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		<title>Spanien</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 11:04:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fritz B. Simon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Deutschen haben (gegen England und Argentinien) wie die Spanier gespielt. Gegen die Spanier haben nur die Spanier wie die Spanier gespielt. Offensichtlich waren die Deutschen den Spaniern psychisch nicht gewachsen. Schon vor dem Spiel war zu sehen, wie sie verkrampft und gespannt &#8211; kein Lächeln weit und breit &#8211; auf den Spielbeginn warteten. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutschen haben (gegen England und Argentinien) wie die Spanier gespielt. Gegen die Spanier haben nur die Spanier wie die Spanier gespielt.</p>
<p>Offensichtlich waren die Deutschen den Spaniern psychisch nicht gewachsen. Schon vor dem Spiel war zu sehen, wie sie verkrampft und gespannt &#8211; kein Lächeln weit und breit &#8211; auf den Spielbeginn warteten. Der Teamspirit war nur ausreichend, als man auf der Gewinnerstrasse war. </p>
<p>Folge war dann die Angst anzugreifen, ins Risiko zu gehen. Keiner hat irgendeinen Spanier, der im Ballbesitz war, angegriffen. Und wenn man den Ball selbst mal bekam, dann haben ihn sich die &#8211; im Gegensatz dazu &#8211; um jeden Ball kämpfenden Spanier sofort zurück geholt (wenn sie ihn nicht eh vor die Füsse gespielt bekamen).</p>
<p>Wer Angst hat zu verlieren, verliert &#8211; alte systemische Bauernregel.</p>
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		<title>Angst essen Seele auf</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 06:13:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Bolz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur einer hat den Härtetest bestanden: Schweinsteiger. Wir waren chancenlos, weil das nicht reicht. Nicht Müller hat dem Spiel gefehlt &#8211; Lahm und Özil sind verblaßt. Das war entscheidend. Einen Trost gibt es nur für Systemtheoretiker: Die beiden &#8220;systemischsten&#8221; Mannschaften stehen im Finale. Wenn wir, aus verständlicher Unlust, im Spiel um den dritten Platz verlieren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur einer hat den Härtetest bestanden: Schweinsteiger. Wir waren chancenlos, weil das nicht reicht. Nicht Müller hat dem Spiel gefehlt &#8211; Lahm und Özil sind verblaßt. Das war entscheidend. Einen Trost gibt es nur für Systemtheoretiker: Die beiden &#8220;systemischsten&#8221; Mannschaften stehen im Finale.</p>
<p>Wenn wir, aus verständlicher Unlust, im Spiel um den dritten Platz verlieren, fällt die Bilanz gemischter aus, als noch vor wenigen Tagen gedacht: 4 Siege, 3 Niederlagen. Ob Löw auch das noch kann: Lust am kleinen Finale vermitteln?</p>
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		<title>A ball can change the world</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:44:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl L. Holtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 7.7., also der heutige Tag, könnte ein wichtiges Datum für die Nachwuchsförderung im Fußball werden. Klar, wenn wir gewinnen, hat das eine Vorbildfunktion für unsere Jugend, aber das meine ich jetzt nicht. Heute beschließt das Kabinett der Bundesregierung den Etat für 2011 und damit den künftigen Sparkurs. Seit dem Sommermärchen 2006 hat es sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der 7.7., also der heutige Tag, könnte ein wichtiges Datum für die Nachwuchsförderung im Fußball werden. Klar, wenn wir gewinnen, hat das eine Vorbildfunktion für unsere Jugend, aber das meine ich jetzt nicht. </p>
<p>Heute beschließt das Kabinett der Bundesregierung den Etat für 2011 und damit den künftigen Sparkurs. Seit dem Sommermärchen 2006 hat es sich wohl so eingebürgert(!), politische Beschlüsse mit dem Stellenwert einer Blutgrätsche zu Zeiten allgemeiner Fußballdissoziation zu fällen(!). So gestern bereits die Kopfpauschale im Gesundheitswesen, was treue Fußballfans zunächst als Prämie für Miros Kopfballtore verstehen könnten, vor allem, wenn sie Minister Röslers strahlendes Gesicht in den Zeitungen sehen.</p>
<p> Also heute der Haushaltsetat, der uns auch strukturell Südafrika ein bisschen näher bringen könnte.</p>
<p>Was  hat das mit der Nachwuchsförderung im Fußball zu tun? Nun: Vor dem Spiel ist nach dem Spiel. Vom 19.-26.September findet in Rio der 8.Worldcup der Obdachlosen statt. Diese unterstützenswerte  Initiative hat ihren Ursprung in Südafrika. Mel Young, Präsident des ‚Homeless World Cup sagt: „Es ist eine Gelegenheit für Obdachlose aus ihrem Randdasein herauszutreten ins Zentrum von Rio, stolz auf der globalen Bühne zu stehen, wahre Botschafter ihres Landes, und ihr Leben zu verändern. A ball can change the world.“</p>
<p>Beim letzten Mal hat die Ukraine gewonnen. Nun habe ich die Vision (ein weiteres Sommermärchen), dass, vielleicht schon diesmal oder  im nächsten Jahr in Paris, Frau Merkel in der Kabine mit den Spielern scherzt, stolz auf diese Botschafter des Landes, und auf der globalen Tribüne in den allgemeinen Jubel einstimmt. Ich bin mir nur nicht sicher, ob heute bei der Beschlussfassung im Kabinett, bei aller Fußballbegeisterung auch dort, schon jemand so weit voraus denkt.</p>
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		<title>KaKa</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 07:11:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Ohler</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nein, nicht der. Mal was ganz anderes: Die Diskussion um die Krankenkassenbeiträge interessiert derzeit kaum eine Fanmeile &#8211; jetzt, wo klar ist, daß der Spaß mindestens bis Samstag dauert, wurde wieder mal geschickt in den freien Raum gespielt, und alle werden, ohne es zu ahnen, den Ball aufnehmen und weiter treiben, wenn das große Treiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, nicht der. Mal was ganz anderes: Die Diskussion um die Krankenkassenbeiträge interessiert derzeit kaum eine Fanmeile &#8211; jetzt, wo klar ist, daß der Spaß mindestens bis Samstag dauert, wurde wieder mal geschickt in den freien Raum gespielt, und alle werden, ohne es zu ahnen, den Ball aufnehmen und weiter treiben, wenn das große Treiben vorbei ist. Von &#8220;Wahnsinn&#8221; wird da keiner reden, diese Stimmungsparole ist reserviert für die Großereignisse Song-Contest und WM.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kapitäne</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 16:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Ohler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ist sie also schon, die Kapitänsdiskussion Lahm : Ballack, noch während des Turniers. Wer immer sie jetzt ausgelöst hat – Ballack ist abgereist. (Erinnert mich an einen sehr interessanten Stammtisch-Besucher-Typus, der Themen mit großem Streitpoztenzial in die Kommunikation einspeist und dann geht. Eine besondere Art Wirtschafts-Kapitän). Am coolsten nimmt Mannschaftsarzt Müller-Wohlfarth Stellung: Die für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da ist sie also schon, die Kapitänsdiskussion Lahm : Ballack, noch während des Turniers. Wer immer sie jetzt ausgelöst hat – Ballack ist abgereist. (Erinnert mich an einen sehr interessanten Stammtisch-Besucher-Typus, der Themen mit großem Streitpoztenzial in die Kommunikation einspeist und dann geht. Eine besondere Art Wirtschafts-Kapitän). Am coolsten nimmt Mannschaftsarzt Müller-Wohlfarth Stellung: Die für Ballacks nächsten Heilungsschritt notwendigen Rahmenbedingungen seien in SA nicht gegeben. Das dürfte für die komplexe Heilungsgeschichte in einem zu Ende gehenden Heldenepos sicher stimmen. Ob nur die körperliche gemeint war?</p>
<p>Bernd Schuster wird deutlich und bestätigt klar das Urteil des von Fritz B. Simon zitierten kanadischen Fernseh-Reporters: Ballacks Ausfall war ein Glücksfall.</p>
<p>Für die morgen Abend zu erwartenden Analysekapriolen ist der thematische Rahmen so aufs Schönste erweitert worden. Und die Konjunktivitis (hier nicht im Sinne einer Bindehautentzündung, sondern in dem einer frühen systemischen Erregungsform durch die Stimulierung des Hätte-Wäre-Könnte-Sinns) bekommt ein weiteres förderliches Milieu.</p>
<p>Meine Nachbarin sang heute Nachmittag im Garten: Wärst Du doch in Europa geblieben, schöner Playboy &#8230; Wer weiß. Jedenfalls sorgt Michael Ballack geschickt dafür, in der Kommunikation und damit in der Gesellschaft zu bleiben. Und auch in diesem blog.  – Schauen wir mal.</p>
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		<title>Standard</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 10:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Ohler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der österreichische ´Standard´ hat auf seiner website einen netten WM-Blog. Unter anderem wird dort – mit der entsprechenden emotionalen Beteiligung, wenn´s um die Piefkes geht – ge“fach“simpelt, was passiert, wenn die deutsche Mannschaft im Halbfinale nicht in Führung geht. Es scheint, eben wegen emotionaler Voreingenommenheiten, gar nicht in Betracht zu kommen, daß die spanische Mannschaft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der österreichische ´Standard´ hat auf seiner website einen netten WM-Blog. Unter anderem wird dort – mit der entsprechenden emotionalen Beteiligung, wenn´s um die Piefkes geht – ge“fach“simpelt, was passiert, wenn die deutsche Mannschaft im Halbfinale nicht in Führung geht. Es scheint, eben wegen emotionaler Voreingenommenheiten, gar nicht in Betracht zu kommen, daß die spanische Mannschaft das gleiche Problem haben wird (siehe Deutschland-Ghana resp. Spanien-Schweiz). Das genau wird die Partie so spannend und nervenaufreibend machen. Oder spielt bei den Spaniern auch ein de Michelis mit?</p>
<p>Schauen wir einmal in den Blog (Zitate unter Beibehaltung der Rechtschreibung):</p>
<p>bei der berichterstattung in AUT glaubt man ja fast dass nur mehr die deutschen dabei sind.   klar ist es wegen der sprache und so leichter über GER zu berichten aber ein bissl fad ist der 13. Artikel über deutschlands xtes &#8220;sommermärchen&#8221; dan schon&#8230;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Finaltipp: Deutschland &#8211; Niederlande 1:8, wobei allerdings ein klares Tor für die Deutschen nicht gegeben wird, damit sie sich als moralische Sieger fühlen dürfen.   Gegen Spanien wird es 2:2 n.V. enden, und über das Elferschießen brauchen wir ja gar nicht reden. Niederlande &#8211; Uruguay 2:1, Um Platz 3: Spanien &#8211; Uruguay 1:0.   Gegentipps?</p>
<p>Gegentipp: Deutschland : Niederlande 1:0 n.V. &#8211; Deutschland gewinnt durch fragwürdigen Elfmeter in der 119. Minute, die Mannschaft Ghanas sitzt auf der Tribüne und lernt, wie man so einem Druck standhält! &#8211; Semifinale: Niederlande : Uruguay &#8211; Holland nach Elferschießen weiter, in Uruguay brennen die Häuser der Spieler, die ihre Elfer verschossen haben. Sie suchen um Asyl in Österreich an &#8211; Fekter lehnt ab! &#8211; Deutschland : Spanien 4:1 &#8211; Deutschland überrollt inferiore Spanier, Villa völlig abmontiert, das einzige Tor der Spanier ist ein Eigentor Deutschlands.</p>
<p>Felix Austria scribe! Felix Germania lude &#8230;</p>
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		<title>Rhinotillexomanie</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jul 2010 15:45:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl L. Holtz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Man gönnt uns einfach unsere Helden nicht. Während der ungebührliche Umgang mit Ballack ja schon erwähnt wurde, stürzt sich die Meute nun auf Löw. Die Weltpresse, auch Rede Globo zeigt genüsslich Bilder und verweist auf ein Youtube-Video, auf dem unser Held Yogi sich gedankenverloren in der Nase popelt und die Popel, zugegebenermaßen etwas kleinkindhaft, entsorgt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man gönnt uns einfach unsere Helden nicht. Während der ungebührliche Umgang mit Ballack ja schon erwähnt wurde, stürzt sich die Meute nun auf Löw. Die Weltpresse, auch Rede Globo zeigt genüsslich Bilder und verweist auf ein Youtube-Video, auf dem unser Held Yogi sich gedankenverloren  in der Nase popelt und die Popel, zugegebenermaßen etwas kleinkindhaft, entsorgt.</p>
<p>Gar nicht witzig, aber wie im richtigen Leben ist Hilfe zur Heldenrettung auch hier nicht weit. Wie so häufig, wenn der Kommunikation über abweichendes Verhalten die Peinlichkeit genommen werden soll, meldet sich die Medizin zu Wort. In diesem Fall in Gestalt des Fußballdoktors Dr. Dribbel in der FR, der das Verhalten pathologisiert. Möglicherweise ist Löw ja krank, so schreibt der Doktor und leidet unter Rhinotillexomanie (für diejenigen unter uns, die des griechisch-römischen nicht so mächtig sind : Rhino=Nase, tillexis= Gewohnheit des Bohrens, Manie= der Zwang etwas zu tun). Das ist eine Kategorie der ICD-10, dem Klassifikationssystem der Krankheiten nach internationalen Standards, und wird dort unter F98.8 abgehandelt: Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.<br />
Dieses herausfordernde Verhalten, wie Verhaltensstörungen in den Erziehungswissenschaften seit einiger Zeit genannt werden (ich untersage mir hier den Kalauer in Verbindung mit der auch in diesen Wissenschaften vertretenen Maxime des Forderns und Förderns), hat also Krankheitswert. Nun gut, werden einige Unbelehrbare sagen, ob jemand darunter leidet, hängt ja wohl auch von der Intensität und der Verletzungsgefahr ab. Selbst wenn diese  exzessiv und selbstverletzend sind, werden wieder andere anmerken, müssten lustvolle Handlungen mit diesen Nebenwirkungen nicht unbedingt pathologisiert werden (Herr Clement kann dies vielleicht bestätigen). Und Yogi leidet ja wohl offensichtlich nicht darunter, einige wollen sogar eine ausgesprochen meditative lustvolle Körpersprache (so sagt man heute im Sport) bei ihm festgestellt haben. Und schon sind wir mitten in der Diskussion über die andere Seite der Gesundheit, mit all ihren Risiken und Nebenwirkungen.</p>
<p>Nach den vorliegenden epidemiologischen Studien geben 91% der Bevölkerung an, regelmäßig in der Nase zu bohren, durchschnittlich 4mal am Tag, mit einem range bis 20. 75% der Befragten sind der Auffassung, dass dies jeder tut. Abweichendes Verhalten? Unter Bezug auf statistische Normen ist eine solche Feststellung  nicht zu rechtfertigen, auch funktionale Aspekte scheinen in der Diskussion wenig stichhaltig zu sein. Also Pathologisierung als Schutz vor Diskriminierung durch weniger tolerante Beobachter, so wie mit der Zuweisung einer Krankenrolle  der Betroffene ein wenig aus der Schusslinie genommen wird?</p>
<p>Wollen wir das? Wie retten wir unseren Helden aus dem Dilemma von Diskriminierung und Pathologisierung?  Da sind Systemiker gefragt, um an diesem Beispiel die Paradoxien der anderen Seite der Gesundheit zu thematisieren. Schauen wir dabei ruhig in die wenigen Veröffentlichungen zum Thema (z.B., J. W. Jefferson und T. D. Thompson: Rhinotillexomania: psychiatric disorder or habit? In: J Clin Psychiatry 56, 1995, S. 56–59). Wir können natürlich auch mit dem schon sprichwörtlichen Hang der Carl-Auer-Schüler zu Metaphern und Kalauern relativieren: Wenn die Mannschaft auf dem Platz schon alles aus sich herausholt, warum nicht auch und gerade der Trainer.</p>
<p>Psychoedukativ ließe sich auch einiges machen: es gibt inzwischen ein wunderschönes Kinderbuch: Nasenbohren ist schön von Daniela Kulots, zu dem es in der Bayrischen Staatsbibliothek, Fachgruppe Lese- und Literaturförderung, bereits einige didaktische Empfehlungen gibt.  (Kommentar der Amazon-Redaktion: Als Warnung gleich vorweg: Nasebohren ist schön ist nur etwas für unerschrockene Eltern. Der Grund wird schon im Titel verraten. Immerhin bricht das Bilderbuch mit einem Tabu, mit dem auch unter Kindern immer gern gebrochen wird. Und es gibt durch eine überraschende Wende eben jenen Kindern die besten Argumente für den Tabubruch an die Hand.)</p>
<p>Eine weitere effektive Form der Auseinandersetzung mit diesem Thema hat offensichtlich mal wieder die FIFA gefunden. Es ist mir ein wenig peinlich hier einzugestehen, wie ich an die folgenden Informationen gekommen bin: Natürlich fand ich es ungehörig, unangemessen und spießig, diese  Reinigungsversuche des Bundestrainers in der Öffentlichkeit  auszubreiten und zur Kenntnis zu nehmen. Aber  irgendwann, ich muss ja auch wissen worüber ich mich empöre, habe ich das Video bei Youtube angeklickt. Zu meiner Erleichterung stellte ich fest, dass die FIFA es inzwischen gesperrt hat. Begründung: Video gesperrt, weil Inhalte (content) Eigentum der FIFA sind. Über diese Aussage will ich nicht weiter nachgrübeln, weil dabei doch nur wieder ein Kalauer herauskommt.</p>
<p>Ach übrigens, finden Sie das Spucken der Spieler auf dem grünen Rasen nicht auch ekelhaft? Gibt’s dafür schon eine diagnostische Kategorie,   Salivatillexomanie vielleicht? Sialorrhoe ist ja was anderes. Wenn man sich im Internet kundig machen will, findet man eine unüberschaubare Anzahl von Erklärungsversuchen und Vorschlägen. Aber so richtig aufbereitet als Steilvorlage für die Pharmaindustrie scheint es noch nicht zu sein. Das ist noch ein weites feuchtes Spielfeld.</p>
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